Monatsarchiv für Mai 2011

Schliessung des JZE durchgesetzt

Wir dokumentieren die Abschlusserklärung der BesetzerInnen des Jugendzentrums Essen Papestraße:

Nach Androhung von polizeilichen Repressionsmaßnahmen haben wir, die BesetzerInnen im JZE Papsttreu. uns am Sonntagabend dazu entschlossen, die erfolgreiche Besetzung zu beenden.

Nach dem letzten regulären Arbeitstag des Jugendzentrums haben wir das Jugendzentrum nicht verlassen, sondern unser Recht auf die Nutzung öffentlicher Räume weiter eingefordert. Über 200 Jugendliche haben mit uns diskutiert, geplant und gefeiert. Mit über 70 TeilnehmerInnen haben wir in den Räumen übernachtet. Wir sind geblieben um gegen die Schließung des Jugendzentrums und die Abwälzung von Krisenkosten zu Lasten der Jugendlichen zu protestieren. Die Nutzung der Weststadthallen sind für uns kein angemessener Ersatz. Weder haben Gruppen dort die Möglichkeit sich zu treffen, noch kann eine offene Kinder- und Jugendarbeit dort in ihrer jetziger Form gewährleistet werden.

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Zeitzeugengespräch mit Gerd Deumlich und Günter Bennhardt zum KPD-Verbot 1956

Wann: Sonntag, 29. Mai, 14 Uhr

Wo: Mahn- und Gedenkstätte Steinwache (Steinstraße 50, Hauptbahnhof Nordausgang)

Die Adenauer-Ära war geprägt von Restauration, Remilitarisierung und Kommunistenhatz. Die ehemalige Sowjetunion, gerade noch Verbündeter bei der Niederschlagung des Hitlerfaschismus, wurde zum Hauptfeind erklärt.
Die gegen Nazi-Barbarei und Krieg gekämpft hatten und als Überlebende den Konzentrationslagern entkommen waren, aber auch viele Jugendliche, die für ein demokratisches, antifaschistisches und neutrales Nachkriegsdeutschland eintraten, wurden verfolgt und ins Gefängnis geworfen. Eine große Volksbefragung gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands, an der die FDJ und die KPD aktiv mitwirkten, sammelte bis 1951 neun Millionen Unterschriften – dann wurde sie verboten. Ebenfalls 1951 wurde in der BRD die FDJ und 5 Jahre später die KPD verboten.
Die Zeitzeugen Günter Bennhardt aus Dortmund und Gerd Deumlich aus Essen, die Opfer des „Kalten Krieges“ wurden, erinnern sich und gehen der Frage nach, warum die KPD bis heute verboten bleibt.

Rettet das Jugendzentrum Papestrasse in Essen!

Demonstration gegen die Schließung des Jugendzentrums Papestraße in Essen

Wann: 28. Mai um 18:00 Uhr

Start: Willy-Brandt-Platz, Essen

Abschluss im JZE, Papestraße

Die Schließung des letzten zentralen städtischen Jugendzentrums in Essen wurde vom Stadtrat beschlossen. Ab dem 01.06.2011 wird der öffentliche Betrieb im JZE Papestraße voraussichtlich eingestellt. Doch wurde von der Stadt keine hinreichende Alternative geschaffen.

Der ebenfalls von der Stadt beschlossene Umzug in die Weststadthalle ist keine Lösung. Hier gibt es nicht den Raum für alle Gruppen, die bisher im JZE aktiv waren, und vor allem nicht für die offene Kinder- und Jugendarbeit.

Die Weststadthalle wurde von der Stadt bis zum Jahr 2020 angemietet, aber sie findet keinen Pächter dafür. Der Umzug des JZE in die Weststadthalle ist also eine politische Augenwischerei der Stadt.

Immer mehr Freizeitmöglichkeiten kosten Geld, das schließt viele Familien aus sozialen Gründen davon aus. Kinder und Jugendliche finden kaum noch verlässliche Ansprechpartner, die sich um ihre Sorgen und Belange kümmern. Die soziale und kulturelle Einrichtung Papestraße bietet ein warmes Mittagessen für kleines Geld, Kultur, die sich alle leisten können, Bildungsarbeit für alle Interessierten. Ein geeigneter Raum für alle Generationen und Nationalitäten. Die sozialen Auswirkungen der Schließung sind noch nicht absehbar.

Das wollen wir so nicht hinnehmen! Deshalb protestieren wir gegen die Schließung und für die Umsetzung aller notwendigen Baumaßnahmen, um das JZE zu erhalten.

Kommt zur Demonstration für das JZE!

Wer nicht feiert, hat verloren! 66. Jahrestag des Sieges über den deutschen Faschismus

 

Heute jährt sich zum 66. Mal die Befreiung Europas vom deutschen Faschismus. In der Nacht zum 8. Mai 1945 unterzeichnete eine Delegation der deutschen Wehrmacht in Reims die bedingungslose Kapitulation. Einen Tag später schwiegen in Europa die Waffen. Ein Krieg war beendet, der schon lange vorher verloren war. Die alliierten Truppen hatten bereits einen Großteil Deutschlands besetzt, die Rote Armee hatte nach 14-tägigem Kampf am 30. April 1945 Berlin erobert. Die letzten Verteidiger des „Vaterlandes“, der sogenannte „Volkssturm“ waren schlecht bewaffnete Greise, Kinder und kaum organisierte Truppenteile, die in den letzten Kriegstagen noch „verheizt“ wurden. Auch der „Führer“ Adolf Hitler hatte die Niederlage erkannt, als er sich kurz vor Kriegsende in seinem Bunker erschoss.

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Dortmunder Nordstadt – ein vernachlässigter Stadtteil

Heiße Eisen sprach mit Stefan von der DKP Stadtteilgruppe Dortmund Nord. Wir danken für die Genehmigung der Veröffentlichung.

Die Dortmunder Nordstadt ist in den regionalen Medien derzeit ein Dauerbrenner. Wir lesen und hören von Straßenprostitution, Kriminalität und verwahrlosten Häusern. Wie sieht die Stadtteilgruppe die Situation?

Stefan, du wohnst in der Nordstadt. Hast du Angst, abends auf die Straße zu gehen?

Nein, habe ich nicht. Das Leben in der Nordstadt stellt sich völlig anders dar, als in den Medien geschildert. Hier musst du nicht mehr oder weniger Angst haben als in anderen Stadtteilen.

Aber mal im Ernst: In der Nordstadt konzentrieren sich viele Probleme einer Großstadt. Wie konnte es dazu kommen?

Dieser Stadtteil wurde von der Politik lange vernachlässigt. Früher wohnten hier die Arbeiter von Hoesch und anderen großen Betrieben, aber diese wurden alle geschlossen. Viele Arbeiter zogen woanders hin, in die freien Wohnungen zogen vor allem Menschen mit wenig Geld. Heute ist die Nordstadt der Stadtteil mit der höchsten Arbeitslosenquote, mit der ausgeprägtesten Armut, aber gleichzeitig ist es der kinderreichste Stadtteil. Erst in den letzten Jahren versucht die Stadt Dortmund, die Lebensbedingungen zu verbessern, aber außer ein paar aufgehübschten Fassaden ist eigentlich nichts dabei herausgekommen.

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Tötung Bin Ladens – Keine Jubelstürme bei der Friedensbewegung

Zum Tod des angeblichen Al-Kaida-Führers Osama bin Laden erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme:

Wir können in den Triumphgesängen von US-Präsident Obama, Kanzlerin Merkel und NATO-Generalsekretär Rasmussen nicht einstimmen. Alle drei feiern heute den Tod Osama bin Ladens als “Erfolg für alle Menschen” (US-Botschafter Murphy), als “Erfolg für die Sicherheit der NATO-Alliierten” in Afghanistan (Rasmussen) und als “Erfolg für die Kräfte des Friedens” (Angela Merkel). Wenn die Tötung eines Menschen, wie groß auch seine Verbrechen sein mögen, von westlichen Politiker/innen mit “Erleichterung” aufgenommen und gefeiert wird, begeben sie sich auf das Niveau derjenigen Terroristen, denen ein Menschenleben nichts wert ist.

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Happy Birthday, Charlie! Happy Birthday, SDAJ!

Am 5. Mai 1818, also heute vor 193 Jahren, wurde Karl Marx geboren.

1968, zum 150. Geburtstag von Karl Marx gründete sich die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ). Wir dokumentieren den Gründungsaufruf unseres Verbandes.