Am 17.04.2017 zogen etwa 100 Friedensaktivisten von Bochum in die Nordstadt. Wir als SDAJ haben gemeinsam am Ostermarsch teilgenommen um auf die deutsche Kriegspolitik in Syrien aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren. Mit Fahnen und Transparenten sind wir von Dorstfeld aus mit gelaufen und haben ein 5×3 Meter großes Transparent mit der Aufschrift „Stoppt die Kriegspolitik in Syrien“ gut sichtbar in einem Baum aufgehangen. Bei dem Abschlussfest haben wir an unserem Infostand mit unseren Cocktails wieder einmal gezeigt, das Friedenspolitik auch Spaß machen kann.

Glaubt man den herrschenden Politikern und ihren Medien, geht es bei dem Kriegseinsatz in Syrien um Solidarität mit Frankreich nach den Terroranschlägen von Paris. Tatsächlich geht es um die Verschärfung eines seit Jahren andauernden Krieges der USA und ihrer NATO-Partner, darunter Deutschland, zur Neuaufteilung des Nahen und Mittleren Ostens. Es geht, worum es bei imperialistischen Kriegen immer geht: Um Rohstoffe, Ressourcen und Einflusssphären.

Im Mittleren und Nahen Osten standen und stehen dem Zugriff durch imperialistische Länder unter anderem die Regierungen des Irak und Syriens entgegen. Deshalb wurden diese Länder zerschlagen, ihre Regierungen destabilisiert. Deshalb wurden Oppositionskräfte in Syrien ausgebildet, bewaffnet und finanziert und terroristische Banden wie der IS aufgebaut, denen man nun den Kampf angesagt hat.

Der deutsche Imperialismus steht dabei nicht abseits. Er profitiert unter anderem durch Waffen- und Rüstungsexporte in die Kriegsregion. Exemplarisch für die Heuchelei steht die Türkei als NATO-Vorposten in der Region. Während die NATO im Namen der Menschenrechte den IS bombardiert – und dabei vor allem die Zivilbevölkerung und Infrastruktur trifft -, liefert Erdogan Waffen an die Terrororganisation, bietet Rückzugsräume und kauft ihr das dem Staat gestohlene Öl ab. Gleichzeitig führt sie aus innenpolitischen Gründen einen brutalen Krieg gegen die PKK, deren bewaffnete Kräfte wirksamen Widerstand gegen den IS leisten.

Festival der Jugend 2017

Gepostet am 9. April 2017 Aktionen

Dieses Jahr ist es wieder soweit: Das Festival der Jugend findet vom 2. bis zum 5. Juni 2017 mitten in Köln, im wunderschönen Jugendpark am Rheinufer statt. Zu einem der größten linken politischen Jugendfestivals Deutschlands werden nicht nur wieder sehr nice Künstlerinnen und Künstler kommen und für Musik sorgen. Ob Antifa oder Antimilitarismus, Gewerkschaftsarbeit oder Kämpfe in der Schule, Rassismus oder Sexismus in dieser Gesellschaft – in zahlreichen unterschiedlichen Workshops und Vorträgen wollen wir uns austauschen, diskutieren und voneinander lernen. Zum Auspowern gibt’s außerdem alles von Streetart über Fußball bis zum sagenumwobenen Hamburger Fünfkampf. Alles von Jugendlichen selbst organisiert, alles mit sehr viel Liebe gemacht. Wir wollen uns mit euch über eure Erfahrungen zu all diesen Themen austauschen, diskutieren wie wir aktiv werden können und uns gemeinsam auf Aktionen in Schule, Uni, Betrieb und auf der Straße vorbereiten.
Doch gleichzeitig ist das Festival der Jugend auch ein Ort zum Feiern. Da können wir auch mal die vielen Aktionen, die wir gemacht und die Kämpfe, die wir geführt haben, feiern. Feiert mit uns und kommt aufs Festival der Jugend! Übernachtung und Verpflegung halten wir so günstig wie möglich – einfach mal vorbeikommen bleibt wie immer kostenlos!

DAS PROGRAMM
…findet Ihr ab sofort hier: https://www.festival-der-jugend.de/programm-nach-tagen/

TICKETS
…gibt es bei uns. Sprecht uns einfach an. (40€ Normalpreis, 30€ Ermäßigt). Darin ist alles enthalten.

UNTERSTÜTZEN
…könnt Ihr uns ideell oder finanziell. 1. Wir laden Euch ein, Teil des Kreises der Organisationen zu werden, die das Festival unterstützen. 2. Weil nicht nur das Konzert finanziert werden will und der Besuch des Festivals für alle kostenlos ist, die nicht dort campen, sind wir auf Spenden angewiesen: Egal wie klein die Beträge sind, wir freuen uns über jede(n), der/ die uns unterstützen möchte. 3. Außerdem ist es möglich, dass Ihr mit einem Infostand vertreten seid. Aber Ihr müsst natürlich nichts davon machen, um dabei sein zu können und Unterstützer könnt Ihr selbstverständlich auch werden, wenn Ihr nichts spendet.

INFORMIEREN
…könnt Ihr Euch weitergehend unter https://www.festival-der-jugend.de/. Wenn Ihr Fragen habt, schreibt eine Nachricht an uns, https://www.facebook.com/FestivalDerJugend1/ oder info@festival-der-jugend.de.

Am 24. März um 18 Uhr veranstalten wir einen Workshop zu Nazi-Symbolik. Das Hakenkreuz und den Hitlergruß kennen alle. Doch nur selten sind Faschist*Innen daran zu erkennen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Symbolen, Codes und Kleidungsmarken in der neonazistischen Szene, die häufig nur Insider*Innen erkennen. In diesem interaktiven Workshop wollen wir die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung der Teilnehmer*Innen schärfen, um Zeichen von Nazis erkennen zu können und dagegen Stellung zu beziehen!
Jede und jeder ist willkommen, egal ob Du schon etwas darüber weißt oder nicht. Später gibt es noch die Möglichkeit, bei Limo oder Bier zusammenzusitzen. Bringt Eure Freund*Innen mit!

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige reaktionäre Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

WANN? Freitag, 24.03. um 18 Uhr
WO? Taranta Babu, Humboldtstraße 44, Dortmund
WER? Die SDAJ Dortmund und antifaschistisch Interessierte und Engagierte.

Am Dienstag (10.01.2017) Abend 18:00 Uhr, wurde zum Initiierungstreffen der anarchistischen Hochschulgruppe aufgerufen. An diesem Abend fanden sich circa 50 Nazis am Treffpunkt ein, um die Interessierten abzufangen. Sie gaben sich selbst als anarchistische Hochschulgruppe aus oder bedrohten Interessierte, die zu dem Treffen gehen wollten. Glücklicherweise war der AStA zuvor auf die Nazis aufmerksam geworden, verständigte Sicherheitspersonal und achtete darauf, dass die Interessierten nicht auf die Nazis hereinfielen. Obwohl die Polizei gerufen wurde, und sich bereits auf dem Gelände befand, hat diese zunächst nichts unternommen und stattdessen die bereits im Gebäude wartenden Teilnehmer des Treffens kontrolliert, während sich der AStA mit den Teilnehmer*Innen solidarisierte und half, dennoch ohne Gefahren zu dem Treffen zu gelangen. Dieser Tag hat uns noch einmal gezeigt, dass wir uns nicht auf polizeilichen Schutz verlassen können, sondern allein auf unsere gegenseitige solidarische Hilfe.

Wir von der SDAJ solidarisieren uns mit den Teilnehmern der anarchistischen Hochschulgruppe und bieten unsere Unterstützung für Aktionen etc. an, lasst uns gemeinsam für eine Nazifreie Uni kämpfen und unseren Hochschulpolitischen Forderungen Gehör verschaffen!

  • Für einen freien Hochschulzugang! Gegen Elitebildung an des Uni! Studiengebühren verbieten! Für ein elternunabhängiges BaföG-Stipendium gekoppelt an den Mindestlohn!
  • Übernahme aller Bachelor-Absolvent*Innen in den Master

um nur einige Forderungen zu nennen. Also kommt alle am Freitag, den 13.01.2017 Auf die Kundgebung „Campus Nazifrei – für ein leben, lernen und lieben in Freiheit!“ um 15:45 auf dem Martin-Schmeißer-Platz auf dem Nordcampus der TU-Dortmund, um euch mit der anarchistischen Hochschulgruppe zu solidarisieren!

Timo Budszuhn sprach für die SDAJ:

Liebe Genossen und Genossinnen,

liebe Mitbürger der Dortmunder Nordstadt,

vor 84 Jahren wollte die faschistische SA durch die Nordstadt marschieren. Auch damals lebten hier schon Menschen verschiedenster Herkunft und Religion. Auch damals haben hier schon Menschen gewohnt, die Monat um Monat schauen mussten, wie sie über die Runden kommen. Sie alle verband die Not, die tägliche Plackerei und die Willkür, mit der sie von ihrem Chef und der Polizei behandelt wurden. Als dann die faschistische SA mit ihrem Gebrüll von Rasse und Volksgemeinschaft hier durch marschieren wollte, sagten die Nordstädter: „Nein! Ein Angriff auf einige von uns dient nur dem Angriff auf uns alle! Die Religion und die Herkunft unserer Nachbarn ist kein Problem für uns, sondern unser aller Problem sind die Bosse und Konzernbesitzer. Sie lassen einen Teil von uns zu Tode schuften, während der Rest betteln muss!“

Als die Faschisten hier auf Widerstand stießen, half ihnen bereitwillig die Polizei wie sie es auch heute immer wieder und wieder tut. Die Polizei schoss damals auf die Nordstädter, die sich den Faschisten in den Weg stellten. Wie viele sie dabei verletzten und töteten, war ihnen egal, es waren ja nur Arbeiter der Dortmunder Nordstadt. Auch heute marschieren, besonders hier in Dortmund, immer wieder Faschisten und die Polizei boxt ihnen den Weg frei. Auch heute tritt die Polizei uns, den Bürgern und Bürgerinnen der Nordstadt mit Verachtung und Geringschätzung entgegen. Auch heute nutzen Polizei und Justiz rassistische Erklärungsmuster, ob bei NSU oder bei sogenannten verdachtsunabhängigen Kontrollen.

Wir gedenken hier der Opfer der rassistischen Polizeigewalt von 1932, weil das alles keine Einzelfälle waren und keine Einzelfälle sind!

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen,

in den 20er und 30er Jahren leistete die Nordstadt nicht nur Widerstand gegen die Faschisten. Die Menschen der Nordstadt wussten auch damals nicht, ob sie nächsten Monat Arbeit haben werden oder nicht. Sie wussten nicht, wie sie sich neue Klamotten kaufen oder die Miete bezahlen sollten. Ein Teil der Menschen hatte Arbeit und schuftete sich die Knochen kaputt, um was zu futtern zu haben. Und die keine Arbeit hatten, taten alles um dem Hunger zu entkommen. Diese Not kannten sie alle und sie wussten, woher diese kommt. Während sie nämlich Tag für Tag schufteten, um gerade etwas zu essen zu haben, kutschierten die Hoesch, die Krupps, die Thyssens und andere Großindustrielle in neuen Autos herum und tranken Sekt.

Um der Not, der zerstörerischen Plackerei und der hungernden Arbeitslosigkeit zu entkommen, kannten sie ein Ziel und eine Losung: „Arbeit für alle und zwar so, dass keiner daran kaputt geht!“ Da die Fabrikbesitzer das nie durchsetzen wollten, hieß es auch: „Die Fabriken denen die arbeiten! Und die Häuser denen die darin wohnen!“ Um das zu erreichen, kämpften sie mit den Gewerkschaften und der Kommunistischen Partei Deutschlands.

Wir gedenken heute hier der Generationen von Männern und Frauen, die hier dafür kämpften, dass wir nicht nur zur Arbeit Geduldete in diesem Stadtteil sind, sondern zusammen mit allen anderen Werktätigen Herren in diesem Land!

Unterhalten Sie Ihren Besucher! Machen Sie es einfach interessant und originell. Bringen Sie die Dinge auf den Punkt und seien Sie spannend.

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Doris Borowski sprach für die DKP:

Liebe Freundinnen, Freunde, Genossinnen und Genossen!

14 Jahre sind es, dass die DKP – zunächst mit dem Linken Bündnis Dortmund – hier an der Stele des Nordmarktes des Nazi-Überfalls auf die Nordstadt Dortmunds und damit des Widerstandes der Menschen dieses Stadtteils gegen den braunen Terror gedenkt!

14 Jahre, in denen Nazi Übergriffe auch und in hohem Maße gerade in Dortmund zugenommen haben – reicht da ein Gedenken aus? Sicher nicht, aber – wir brauchen den historischen Rückblick, erst durch ihn können wir formulieren: Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen! Für Faschisten – das zeigt die Geschichte und leider auch die Gegenwart – darf es keinen Platz, keine Straße, kein Gebäude geben!

Doch zunächst der Blick zurück: Was geschah am Sonntag, den 16. Oktober 1932? Bereits in den Tagen vor dem 16. Oktober berichtete die Dortmunder Presse von Überfällen, Messerstechereien von Nationalsozialisten und SA-Leuten auf Arbeiter vor allem aus der Nordstadt.

Der Dortmunder Norden ist ein Arbeiterviertel und besonders von der Wirtschaftskrise getroffen. Dortmund war insgesamt in vergleichsweise hohem Maße von Arbeitslosigkeit betroffen. 33% der Bevölkerung waren ohne Arbeit, 40% auf öffentliche Unterstützung angewiesen.

Aus Elli Dost: „Im Norden geht die Sonne auf“ S. 40

„ … Mit meiner Mama politisierten wir oft. Die Arbeiter in unserem Stadtviertel hatten Hitler nicht gewählt, sie waren größtenteils links eingestellt. Sie sangen über Jahre hinweg das Lied, das um die Welt ging:

Völker, hört die Signale, auf zum letzten Gefecht.

Die Internationale erkämpft das Menschenrecht.

Dieses Lied haben wir als Schulkinder auch schon immer gesungen. Ich ging in eine Freie Schule, in der Schillerstraße, das Fach Religion gab es da nicht. Als ich dort in der Oberklasse war, sagte der Lehrer zu mir, na, du kannst ja am besten Gedichte aufsagen, willst du eines lernen und im Gewerkschaftshaus vortragen?! Ich war vor Freude ganz aus dem Häuschen. Ich lernte fleißig mit meinem Bruder Paul. Er foppte mich, wenn ich mit heißen Backen deklamierte:

Not und Sorgen!

Früh morgens um fünf der Wecker schrillt

für die kapitalistischen Sklaven.

Der Körper ist wieder erholt, gestählt,

der Mensch hat lange genug geschlafen.

Wortlos er sein Stück Brot verzehrt,

mit Margarine bestrichen.

Seine Klagen blieben unerhört,

nie ist die Not von ihm gewichen.

Die Not, die nur den Proleten erfaßt,

die ihn verfolgt bis zum Grabe.

Die Wangen hohl, der Blick verschleiert,

dann braucht ihn der Kapitalist nicht mehr,

doch Gnadenbrot geben fällt ihm zu schwer.

Dem Staate fällt zur Last die verbrauchte Kraft,

der Mensch, der sein Leben lang schwer geschafft

und trotzdem nichts erspart, errafft.

Mit Bettlergroschen er sein Leben erhält.

Denn was der Staat gibt an Rentengeld

kann kaum fürs Brot im Monat reichen.

So geht’s den Armen –

wie geht’s den Reichen? …“

Jedoch nehmen die Menschen ihre Lage nicht bedingungslos hin, immer wieder führen Gewerkschaften, KPD und SPD Demonstrationen, Streiks und Hungermärsche für die Verbesserung der sozialen Lage durch.

Soziale Demagogie und offener Terror der Faschisten haben in der Dortmunder Nordstadt bisher keinen großen Erfolg gehabt, Arbeiterwiderstand und antifaschistische Aktionen sind hier – auch vier Monate vor der Machtübertragung an Hitler – ungebrochen aktiv und lebendig.

Dies ist der politischen Reaktion, der NSDAP und dem hinter ihnen stehenden Kapital ein Dorn im Auge. Von Papen, Vertreter der Rechten, betont, dass „kein Mittel scharf genug sein kann, um kommunistische Ideen mit Stumpf und Stiel auszurotten“. Er spricht am 16. Oktober 1932 vor „Wirtschaftsführern“ im Dortmunder Stadttheater. Seine Regierung steht für Notverordnungen, Entdemokratisierung und Zunahme des Massenelends.

An diesem Tag versammeln sich am Westfalendamm etwa 800 bis 1000 uniformierte Nationalsozialisten: angeblich, um in der Nordstadt „eine Flugblattaktion durchzuführen.“ Der Dortmunder Polizeipräsident Zörgiebel sorgt für verschärften Streifendienst im Norden und Polizeischutz für die Nazis, die in mehreren Trupps von 80 bis 100 Mann über Weißenburger- und Münsterstraße in die Nordstadt geleitet werden.

Gegen diese Provokation der Faschisten kommt es an mehreren Stellen zu massiver Gegenwehr der Bewohnerinnen und Bewohner, besonders in der Alsenstraße, Stollenstraße und der Mallinckrodtstraße. Zwischen 10.30 und 11.30 Uhr ereignen sich Straßenschlachten und Schießereien, in deren Folge der Vorarbeiter Ernst Graberg und Martha Gregarek tödlich getroffen, und 14 Menschen schwer verletzt werden.

Nach etwa einer Stunde werden die Nazis von der Polizei wieder in den Dortmunder Süden zurück geleitet.

An den nächsten Tagen kommt es zu zahlreichen Protesten, so führt die Hochofenbelegschaft von Union einen halbstündigen Proteststreik durch.

Dagegen zeigen die Schlagzeilen der bürgerlichen Presse: „Nationalsozialisten von Kommunisten beschossen“ – „Zum Kommunistenüberfall im Norden“ – „ Heftige Zusammenstöße von Nazis und Kommunisten“ wie die Ereignisse umgedeutet, Täter und Opfer ausgewechselt werden.

Drei Tage später finden Hausdurchsuchungen im Norden statt, angeblich sucht man Waffen – von Maßnahmen gegen die am Überfall beteiligten Nazis wird nichts berichtet.

Die Bewohner der Nordstadt bleiben wachsam und alarmiert, was die Nationalsozialisten von weiteren „Flugblattaktionen“ abhält. Ein Erfolg der entschlossenen Bewohnerinnen und Bewohner der Nordstadt.

So die Reaktionen damals! Vier Monate später wird Hitler durch Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.

Aus Elli Dost: „Im Norden geht die Sonne auf“ S. 43/44

„ … nun marschierte die SA durch die Straßen. Die galizischen Juden, die im Dortmunder Norden wohnten, wurden aus den Häusern geholt, getreten und geprügelt. Ihre Klamotten warf man aus den Fenstern auf die Straße. Ich kam gerade aus der Stadt, als ich das sah. Oh du lieber Himmel, dachte ich.

Einige Zeit später saß ich mit meinem Sohn und meiner Mama am Nordmarkt an der Claustalerstraße. Da war etwas Grün, da gingen die Menschen hin, um etwas Erholung zu bekommen. Meine Mama hockte da oft auf einer Bank, strickte und stopfte Strümpfe; die Menschen erzählten von ihren Nöten. – Jetzt wurde nur noch getuschelt.

Auf einer Bank saß ein Mann, einer von den Linken, den Rotfrontkämpfern. Die SA marschierte an ihm vorbei. Sie sangen:

Die Straße frei den braunen Bataillonen,

SA marschiert mit ruhig festem Schritt …

Das Lied verstummte, der Zug hielt. Können Sie nicht grüßen? Sagte einer von den SA-Leuten.

Guten Tag, sagte der Mann.

Es heißt HEIL HITLER, schrie der SA-Mann.

Guten Tag, sagte der Mann auf der Bank.

Da schlugen sie ihn mit den Gewehrkolben zum Krüppel. …“

Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen!

Wie viele Morde, Übergriffe, Drohungen und Anschläge von Rechten sind in den 14 Jahren, in denen wir an die faschistischen Opfer 1932 hier am Nordmarkt erinnern, in Dortmund geschehen?

Aber: Im September fanden sich über 40 antifaschistische Gruppen, Organisationen und Parteien in einer Kampagne zusammen, die sagt: “ Es reicht – stoppt rechte Gewalt!“

Am 24. September fand unter diesem Motto eine beeindruckende Demonstration durch Dortmund statt.

Dies muss ein gemeinsamer Anfang sein, gegen rechte Gewalt, aber auch ihre Verharmlosung in Politik und Presse.

Aus: „Der Freiheit eine Gasse“ S.84, Julius Fucik: „Ihr, die ihr diese Zeit überlebt.“

Der tschechische Kommunist Julius Fucik wurde mit 185 weiteren Widerstandskämpfern 1943 in Plötzensee enthauptet. In seinen nachgelassenen Notizen heißt es:

„ … Ihr, die ihr diese Zeit überlebt, vergesst nicht. Vergesst die Guten nicht und nicht die Schlechten. … Ich möchte, dass man weiß: Dass es keine namenlosen Helden gegeben hat, dass es Menschen waren, die ihren Namen, ihr Gesicht, ihre Sehnsucht und ihre Hoffnung hatten, und dass deshalb der Schmerz auch des letzten unter ihnen nicht kleiner war als der Schmerz des ersten, dessen Name erhalten bleibt. … Denn die Menschenpflicht endet nicht mit diesem Kampf, und ein Mensch zu sein wird auch weiterhin ein heldenhaftes Herz erfordern, solange die Menschen nicht ganz Menschen sind. …“

Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen,

rechtes Gedankengut wird geschürt mit der Menschenverachtung gegenüber den Flüchtlingen, die das Ergebnis der Kriege im Nahen Osten und Afrikas sind.

Lassen wir Hetze, Provokationen, Rassismus der Neonazis nicht zu!

Benennen wir die Verursacher der heutigen Kriege, die Verursacher von unendlichem Leid! Stellen wir klar, wer an Krieg und Flüchtlingselend verdient – denn, so sagte Max Horkheimer: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen!“

Angriff auf Antifaschist*Innen

Gepostet am 4. August 2016 Antifaschismus

Am Abend des 31.7. wurde eine Gruppe von acht Antifaschist*innen, die sich auf dem Rückweg der Demonstrationen gegen Pro NRW und AKP in Köln befand, von circa 40 Neonazis angegriffen. Dabei sind Verletzte zu melden und Menschen mussten ärztlich behandelt werden. Wir solidarisieren uns mit der Gruppe Antifaschisten und wünschen allen Verletzten gute Besserung! Es ist wichtig, dass wir gemeinsam weiterhin Widerstand gegen Faschisten leisten und das System, das sie hervorbringt.

Lasst euch nicht einschüchtern!

Aufruf zum Dortmunder Jugendblock

Fehlende Ausbildungsplätze, keine Übernahme nach der Ausbildung und prekäre Jobs im Studium sind für viele von uns Alltag. Noch immer sind ausbildungsfremde Tätigkeiten und Löhne bzw. Ausbildungsvergütungen unter Mindestlohn keine Ausnahme. Aber wir sind keine billigen Arbeitskräfte. Darum kämpfen wir gegen Lohndrückerei und eine Novellierung des Berufsbildungsgesetzes, die unsere Interessen übergeht.

Von einem Wirtschaftsaufschwung ist für viele von uns wenig zu spüren. Schuld daran sind jedoch nicht etwa Geflüchtete, welche von rassistischen Hetzern als Bedrohung hingestellt werden. Forderungen nach einer Aussetzung von Mindestlohn für Teile der Bevölkerung nützen nicht denjenigen, die für einen unwürdigen Niedriglohn schuften sollen. Nach dem Motto „Wenn die’s für den geringen Lohn machen, dann sollt ihr das auch“ wird Druck auf die Löhne aller arbeitenden Menschen ausgeübt. Ähnlich wie mit Werkverträgen werden wir gegeneinander ausgespielt. Doch wir wollen ein gutes & selbstbestimmtes Leben für alle – egal wo sie herkommen & arbeiten. Dazu brauchen wir ein Einkommen zum Auskommen.

Wenn wieder mal Milliarden für Rüstungsprojekte ausgegeben werden fehlt dieses Geld in unseren Berufsschulen & Unis. Als fünftgrößter Waffenexporteur gehört Deutschland bzw. genauer die Rüstungskonzerne dieses Landes zu Profiteuren von Kriegen und Mitverursachern von Fluchtbewegungen. Und auch die Bundeswehr ist mit rund 15 Missionen im Ausland vertreten. Aus Afghanistan, Syrien und dem Kosovo fliehen Menschen. Die seit 15 Jahren andauernde Beteiligung der Bundeswehr an der Besetzung Afghanistans hat dem Land keinen Frieden bringen können. Deshalb fordern wir ein Ende von Auslandseinsätzen der Bundeswehr, Rüstungsexporten und Aufrüstung.

Kommt mit uns am 1. Mai gegen Krieg und Lohndrückerei auf die Straße! Seite an Seite mit Geflüchteten demonstrieren wir für eine Gesellschaft, in der alle Menschen in Frieden und ohne Kriege leben können; für eine Gesellschaft, in der jeder eine Zukunft hat und niemand auf der Strecke bleibt!

Wir fordern:

• Keine Ausnahmen beim Mindestlohn!
• Schluss mit ausbildungsfremden Tätigkeiten!
• Lehr- und Lernmittelfreiheit in Ausbildung & Studium!
• Volle Anrechnung der Berufsschulzeit auf die Arbeitszeit!
• Kompetente Ausbilder_Innen in den Betrieben!
• Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr!
• Stopp von Rüstungsprojekten und Militärexporten!

Heraus zum 1. Mai!

Demo:

Start 10.30 Uhr, Platz der Alten Synagoge (Dortmund)

anschließend Familienfest im Westfalenpark von 12 bis 18 Uhr

Facebook-Event

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), erklären uns solidarisch mit euren Forderungen. Wir unterstützen eure Forderung nach einer Lohnsteigerung von 5 %. Völlig zurecht fordert ihr einen größeren Anteil an den Werten die ihr produziert und dem Profit der durch eure Arbeit erzielt wird.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wirft der IG Metall und euch Verantwortungslosigkeit vor. In der derzeitigen wirtschaftlichen Situation, könne man nicht so hohe Forderungen aufstellen. Angeblich seien dadurch unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsplätze der deutschen Industriebetriebe gefährdet. Solche Aussagen kennen wir bereits aus früheren Tarifrunden. Das sind die immer gleichen Argumente gegen die vollkommen berechtigte Forderung nach einer Lohnerhöhung. Denn die Gewinne die die Unternehmen erzielen, werden einzig und allein durch die Arbeit der Angestellten erwirtschaftet. Es geht um die Frage, welchen Anteil ihr davon bekommt und wie viel sich die Unternehmer selbst in die Tasche stecken.

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OMDeutschland 2016: Die Bundeswehr ist in aller Welt im Einsatz und wirbt aggressiv in Schulen, Jobcentern und auf Ausbildungsmessen um neue Rekruten. Deutsche Waffen werden überall hin verkauft, wo es nur irgendwie geht. Hunderttausende Menschen fliehen vor Armut, Verfolgung und Tod hierher und werden dann als Sündenböcke für die immer deutlicher werdende soziale Ungerechtigkeit missbraucht. Es sind unschöne Zustände.

Umso wichtiger, sich diesem Irrsinn immer wieder entgegenzusetzen. Zum Beispiel auf dem alljährlichen Ostermarsch am Montag, wo wir als SDAJ auch in diesem Jahr gut vertreten waren – mit einigen neuen Ideen. So sperrten wir etwa symbolisch den Wilhelmplatz in Dortmund ab: nur wer Profit bringt, darf die Festung Europa betreten, der Rest muss sich zu den davor dargestellten Leichensäcken gesellen, bis die Grenzen dann doch geöffnet werden. Zudem ließen wir diejenigen zu Wort kommen, die von der momentanen Situation am meisten profitieren: „Flucht und weltweite Armut sind gut fürs Geschäft“ weiß zum Beispiel der Vorstand der deutschen Bank.

Und so stellen wir schon eine Woche nachdem auf unserem Bundeskongress die Kampagne „Stop Wars – Gemeinsam gegen ihre Kriege“ beschlossen wurde klar: Die Bundeswehr an unserer Schule? Nicht mit uns! Deutsche Weltmachtambitionen? Wirtschaftsinteressen, die unseren entgegenstehen! Und Krieg? Nicht in unserem Namen!

Es ist wieder so weit: Die Kommunistinnen und Kommunisten laden ein zum 19. UZ-Pressefest nach Dortmund! Vom 1.–3. Juli 2016 werden die ROTEN wieder zeigen, dass es Spaß macht, gemeinsam und generationsübergreifend zu diskutieren und zu feiern – selbstorganisiert und ohne Kommerz.
Drei Tage UZ-Pressefest heißt:

  • Künstler zu erleben, die sich nicht den Profitinteressen der Kultur­industrie unterwerfen.
  • Ein Festival der politischen Kultur, auf dem das solidarische Handeln im Mittelpunkt steht und nicht Resignation und Vereinzelung.
  • Eintritt frei! Sowie Getränke- und Essenspreise, die sich auch Gering­verdiener leisten können. Dafür die Bitte um eine Spende an jeden, der es sich leisten kann.
  • Ein Zeichen setzen gegen Faschismus und Krieg. Hier gilt: Refugees welcome – kein Zutritt für Rassisten!

Die Kraft der internationalen Solidarität kennenlernen, wenn Kommunistinnen und Kommunisten aus der ganzen Welt zusammenkommen.

Wer wissen möchte, warum und wie die ROTEN den Kampf gegen Banken und Konzernen führen und gleichzeitig bis in die Morgenstunden feiern, der muss zum UZ-Pressefest nach Dortmund.

Programm, Infos zur Anreise und alles weiter gibt’s hier: UZ-Pressefest. Und auch die SDAJ wird wieder mit eigenem Bereich dabei sein. Infos folgen.