Gamescom 2011 – ein fragwürdiges Event

Gepostet am 4. September 2011 Aktionen

(Foto: jstyle.de, CC)

Vom 17. bis zum 21. August 2011 fand in Köln die Gamescom statt, eine Messe die sich hauptsächlich mit Computer- und Konsolenspielen befasst. Mit 275.000 Besuchern und 557 Unternehmen aus 39 Ländern übertraf sie die vorherigen Messen. Zudem erhöhte sich die Zahl der vorgestellten Spiele auf insgesamt 300. Auch ein SDAJler war dabei.

Entgegen gängiger Vorurteile waren kaum „Computerfreaks“ entsprechende Menschen zu sehen und viele Frauen unter den BesucherInnen. Die Messe war in verschiedene Altersbereiche unterteilt, so dass jüngere Leute keine Bilder von Inhalten zu sehen kriegen sollten die nicht ihrem Alter entsprechen. In die Bereiche für Erwachsene kam man theoretisch nur mit dem dazu gehörigen roten Armband, konnte sich so eines jedoch auch von Menschen, die die Messe verließen organisieren.

Wenn man bereit war sich in einer Masse von Menschen um Werbegeschenke renommierter Unternehmen zu prügeln, konnte man vom Kugelschreiber bis zum T-Shirt alles mitnehmen und sich als lebende Werbefläche präsentieren. Ab und zu wurden  teure Produkte wie Prozessoren und Headset in die aufgeregte Menge geworfen. Das ganze wurde in der Regel von billiger Moderation begleitet: „Ich sag Ramba, ihr sagt“ „ZAMBA!“. Dabei kamen natürlich vor allem körperlich behinderte Menschen zu kurz, trotz der an sich barrierefreien Messehallen. Die Stimmung zwischen den Menschen war durchgehend heiter und euphorisch, in etwa Ballermann, bloß ohne Alkohol.

Sich ohne inszenierte Party gut über neue Spiele zu informieren  war  für „normale“ BesucherInnen kaum möglich. Dies konnten nur Vertreter von Fachpresse und Unternehmen am ersten Tag der Messe, der ausschließlich für sie bestimmt war. Wenn man sogar mal eine der Spielneuheiten anspielen wollte, durfte man im Durchschnitt 3 Stunden warten. Da war man besser beraten sich die Videodemonstrationen anzuschauen.

Besonders negativ aufgefallen ist, dass an den Ständen viel mit knapp bekleideten Frauen für die Bewerbung der jeweiligen Produkte gearbeitet wurde. So gab es von Anfang bis Ende der Gamescom alle vier Tage über am Haupteingang kostenlos Coca Cola, natürlich auch fast nur von entsprechend „ansprechend“ gekleideten Frauen. 

Computerspiele sind heutzutage Teil unserer Kultur, werden jedoch wie viele Dinge als reines Konsumgut behandelt. Das schmälert den Spaß an einer derartigen Messe leider erheblich.