„Es reicht – Betriebliche Interessenvertretung verteidigen!“

BK_Aktion_1Am Freitagabend (26.7.) versammelten sich etwa 15 Gewerkschaftsjugendliche von NGG, ver.di, IG Metall, IG BAU, EVG vor der Burger King Filiale in Dortmund Kley, um ihrer Wut über das Vorgehen des Burger-Multis gegen den Betriebsratsvorsitzenden der Filiale Luft zu verschaffen. Dabei informierten sie die Kundinnen und Kundenen über das unhaltbare Vorgehen des Unternehmens, das auf die Abschaffung jeglicher Mitbestimmungsrechte der Mitarbeiter abzielt.

Der konkrete Fall

Einen neuen Höhepunkt der Angriffe von Seiten Burger Kings auf seine Belegschaft stellt die fristlose Kündigung der Betriebsratsvorsitzenden der BK-Filliale in Dortmund Kley, G.Y., dar. Rechtsanwalt Helmut Naujoks stellte im Auftrag von Ergün Yildiz den Antrag beim Dortmunder Arbeitsgericht den Betriebsratsvorsitzenden G.Y. fristlos zu entlassen. G.Y. war vom 10. bis zum 20.6. 2013 arbeitsunfähig krank. Am 20.6.2013 suchte die Distriktleiterin von Burger King die Arztpraxis von G.Y. auf und erschlich sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, mit der Behauptung arbeiten zu müssen, aber etwas anderes vorzuhaben. Nun ist die Burger King GmbH der Auffassung, dass auch G.Y. nicht krank gewesen sei, da der Arzt auch ohne Krankheit eine Patientin, die Distrikleiterin, arbeitsunfähig schrieb. Daher werden dem Betriebsratsvorsitzenden nun eine Strafanzeige und eine Amtsenthebung angedroht.

„Eine Sauerei, was sich Burger King hier leistet. Hier wird versucht das Prinzip betriebliche Interessenvertretung auszuhebeln. Aber wir werden dasBK_Aktion_2 nicht einfach so hinnehmen“ meint Tino T., Sprecher der SDAJ Dortmund. Die SDAJ Dortmund hat die Aktion der Gewerkschaftsjugend tatkräftig unterstützt. „Wir finden es wichtig zu zeigen, dass ein Angriff gegen einen Kollegen oder einen Kollegin immer auch ein Angriff gegen uns alle ist.“, so T., „Deshalb stehen wir auch gemeinsam und gewerkschaftsübergreifend vor der Filiale und fordern die sofortige Rücknahme des Verfahrens gegen den Betriebsratsvorsitzenden! Wenn Burger King meint, dass sie ihre absurden Machenschaften einfach so unbemerkt durchziehen können, dann haben sie sich gewaltig geirrt. Wir kommen wieder!“

Der Hintergrund

Am 3. Mai 2013 hat Burger King Deutschland alle eigenen Restaurants an einen Franchisenehmer verkauft. Die neu gegründete Yi-Ko Holding GmbH aus Stade ist seitdem mit 91 Filialen der größte Franchisenehmer in Deutschland. Sofort nach der Übernahme begann der Geschäftsführer Ergün Yildiz mit Angriffen auf die Belegschaft und ihre Betriebsräte. So wurden zum Beispiel alle Betriebsvereinbarungen die mit den Betriebsräten verabredet waren gekündigt, Betriebsratsarbeit wird nicht mehr als Arbeitszeit anerkannt, die Belegschaft durch Verteilung von “Wir sind Burger King”-Buttons an “treue” Beschäftigte unter Druck gesetzt. Dazu wird offen angekündigt zukünftige Tariferhöhungen und Urlaubsgeld nicht zu zahlen, sowie neue Mitarbeiter zu tarifwidrigen Löhnen einzustellen.