28.3.Am Samstag, den 28.03.2015, sind rund 500 Neonazis der Partei Die Rechte sowie Anhänger des rassistischen Netzwerks Hooligans gegen Salafisten durchs Dortmunder Kreuzviertel gezogen und haben dabei und bei einem anschließenden Rechtsrockkonzert den 10. Jahrestag der Ermordung des Punkers Thomas „Schmuddel“ Schulz gefeiert. Die Aktion reiht sich ein in die Gewalttaten und Geschmacklosigkeiten der letzten Monate. Man denke an den Angriff auf die Wahlparty im Rathaus am 25. Mai 2014, das Veröffentlichen von gefälschten Todesanzeigen von AntifaschistInnenen, sowie an den Angriff auf einen Journalisten der Ruhrbarone.

Die Taktik der Polizei war es Route und Veranstaltungsort des Konzertes geheim zu halten. Dies hat dazu geführt, dass die braune Parade beinahe ohne Gegenprotest vor Ort von statten ging. Blockadeversuche aus der Innenstadt wurden durch starke Polizeikräfte und Proteste der AnwohnerInnen durch die überraschende Route unterbunden. So ganz ging die Rechnung dann aber doch nicht auf. Neben einer Demonstration des Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus schaffte es auch eine weitere Gruppe AntifaschistInnen an die Route. Wir boten ihnen an ihrer Demostrecke lautstark Paroli und bekamen eine unspektakuläre braune Prozession zu Gesicht. Von Feierstimmung war den Nazis nichts anzumerken. Nahezu gelangweilt marschierten sie durch den Dortmunder Süden und waren vor allem als Verkehrsbehinderung für die AnwohnerInnen wahrnehmbar.

Zudem haben rund 1500 AntifaschistInnenen lautstark Protest gegen neonazistische Gewalt ins Herz der rechten Szene getragen, indem sie von Dortmund Dorstfeld in die Innenstadt demonstrierten. Wir kritisieren die Rolle der Polizei, welche mit einem massiven Einsatz von Schlagstöcken und Provokationen, wie dem Anhalten des Demozuges und der Begleitung durch das bayrische USK für zahlreiche Eskalationen auf der Demostrecke verantwortlich ist. Insbesondere das Festhalten eines Großteiles der DemoteilnehmerInnen am Westentor stellt eine Schikane dar. Während die Polizei weder Kosten noch Mühen gescheut hat, die Nazis ungestört durchs Kreuzviertel bis zu dem Parkplatz des Westfalenstadions zu führen wurde das Gedenken an Thomas Schulz mit einem hohen Maß an Provokation und Gewalt begleitet.

Wir bedanken uns bei den vielen Menschen, die sich an dem Tag in den verschiedenen Aktionen gegen faschistische Gewalt engagiert haben. Wir haben unter Beweis gestellt, dass Opfer neonazistischer Gewalt nicht vergessen werden und das Zelebrieren von Verbrechen nicht geduldet wird!