Beim diesjährigen 1. Mai beteiligten wir uns am Jugendblock der 1. Mai-Demo, welcher von den Gewerkschaftsjugenden und Jugendverbänden gestaltet und organisiert wurde. Anschließend informierten wir im Westfalenpark über unserer Positionen und trugen mit dem Verkauf von Cocktails zu einer guten Stimmung bei.

Ausbildungsqualität – da ist noch mächtig Luft nach oben!

Der Jugendblock der 1.Mai Demo in Dortmund stand unter dem Zeichen der Ausbildungsqualität. Diese ist im Zuge der Krise zunehmend 20150501_115218verschlechtert worden, was sich darin zeigt, dass Auszubildende von ihren Arbeitgebern dazu genötigt werden, ausbildungsfremde Tätigkeiten zu verrichten. Auch werden Azubis vielerorts eher als billige Arbeitskraft genutzt, als dass sie eine qualifizierte Vermittlung der Inhalte erfahren. Wer kämpft kann diese Bedingungen verbessern. Auf dem Höhepunkt der Demonstration ließen wir deshalb unter dem Motto „Da ist noch mächtig Luft nach oben“ 200 Luftballons steigen. In Gesprächen mit Auszubildenden des Zimmererhandwerkes wurde deutlich, wie hart die Kämpfe um Ausbildungsbedingungen geführt werden. Viele fühlen sich der Willkür ihrer Arbeitgeber ausgeliefert sind. Auch sprachen die Azubis davon, dass diese sich bei einer Organisierung, hier in der IG BAU, schweren Angriffen und Kampagnen ausgesetzt sehen. So wurde zum Beispiel ein Auszubildender entlassen, nachdem der Chef sich mehrere Falschaussagen von anderen Arbeitskollegen eingeholt hat. Diese Beispiele zeigen, dass wir noch sehr viele Kämpfe führen müssen, um Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten zu erreichen, die ein selbstständiges Leben von Jugendlichen ermöglichen.

Tariflöhne clever erkämpfen – KIK der Lohndiscount

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt war für uns die seit Monaten andauernde und im Mai akut werdende Tarifauseinandersetzung beim Einzelhandelslager KIK in Bönen. Hier kämpfen die Beschäftigten um die Eingruppierung in den Tarifvertrag „Einzelhandel“, was eine Lohnerhöhung von rund 400€ im Monat bedeuten würde. Mit Plakaten wie „Kohle kämpferisch klarmachen– KIK der Lohndiscount“ haben wir uns solidarisch mit dem Arbeitskampf bei KIK in Bönen gezeigt und wollen mit weiteren Aktionen den Kollegen dort den Rücken stärken.

Refugees welcome!

Erneut haben wir uns am 1.Mai solidarisch mit Flüchtlingen gezeigt. Nicht zuletzt die aggressive deutsche Außenpolitik zerstört in vielen Ländern die Existenzen der Menschen. Armut und Verfolgung sind die Konsequenzen. Diese Lebensbedingungen treiben viele Menschen auf den gefährlichen Weg über das militärisch verteidigte Mittelmeer in die EU Staaten. Viele der Verzweifelten sterben bei dem Versuc1.Mai.2015_7h. So sind in den letzten Wochen tausende Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Die die ankommen schickt man zumeist in menschenunwürdige Unterkünfte, die den Bedingungen in der Massentierhaltung in nichts nachstehen. Außerdem sind sie der Hetze und Gewalt rechter Gruppierungen ausgesetzt. Zu nennen wären hierzulande „HoGeSA“, PEGIDA oder auch die Partei „die Rechte“.

In Dortmund machte sich zuletzt die Menschenfeindlichkeit der NWDO-Nachfolgepartei „die Rechte“ besonders deutlich. Seit Monaten hetzen sie jeden Montag vor den Flüchtlingsunterkünften, marschieren mit Fackeln vor die Flüchtlingsheime, wie zum Beispiel im Februar in der Osterfeldstraße im Stadtteil Eving. Zuletzt setzten sie mit politischen Druck eine Abschiebung in Eving durch.

Gegen diese Spaltung unserer Gesellschaft werden wir uns auch in Zukunft wehren. Wir wollen in einer solidarischen und friedlichen Gesellschaft leben und nicht in einer rechten Ellbogengesellschaft, in der die schwachen die noch schwächeren fertig machen und damit von den Grundübeln dieses Systems ablenken. Dieses Wirtschaftssystem ist für die Flucht verantwortlich und gegen dieses werden wir unseren Kampf richten, in dem wir zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen, aus egal welchen Ländern, für unsere Rechte kämpfen.

Fest im Westfalenpark

Beim nach der Demo folgenden Fest zum Tag der Arbeit im Westfalenpark haben wir zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen den Kampftag der Arbeiterklasse gefeiert und uns so feierlich auf die kommenden Kämpfe eingestimmt. Mit einem Cocktailstand haben wir zur Verköstigung beigetragen. An einem Infostand haben wir Rede und Antwort zu unserer Politik gestanden und haben mit einer breiten Reihe an Themen informiert. Auch nach diesem Tag werden wir zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen für unsere Interessen kämpfen, ob nun bei KIK, oder in den Bauhandwerksbetrieben oder zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen, welche durch Not und Verfolgung hierher getrieben worden sind! Der Kampf geht auch nach diesem Tag weiter!!

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Auftakt am Platz der Alten Synagoge

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Die Demo startet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Demozug

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Demozug

 

 

 

 

 

 

 

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Gespräch am Stand

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Gut versorgt im Park