Am Dienstag (10.01.2017) Abend 18:00 Uhr, wurde zum Initiierungstreffen der anarchistischen Hochschulgruppe aufgerufen. An diesem Abend fanden sich circa 50 Nazis am Treffpunkt ein, um die Interessierten abzufangen. Sie gaben sich selbst als anarchistische Hochschulgruppe aus oder bedrohten Interessierte, die zu dem Treffen gehen wollten. Glücklicherweise war der AStA zuvor auf die Nazis aufmerksam geworden, verständigte Sicherheitspersonal und achtete darauf, dass die Interessierten nicht auf die Nazis hereinfielen. Obwohl die Polizei gerufen wurde, und sich bereits auf dem Gelände befand, hat diese zunächst nichts unternommen und stattdessen die bereits im Gebäude wartenden Teilnehmer des Treffens kontrolliert, während sich der AStA mit den Teilnehmer*Innen solidarisierte und half, dennoch ohne Gefahren zu dem Treffen zu gelangen. Dieser Tag hat uns noch einmal gezeigt, dass wir uns nicht auf polizeilichen Schutz verlassen können, sondern allein auf unsere gegenseitige solidarische Hilfe.

Wir von der SDAJ solidarisieren uns mit den Teilnehmern der anarchistischen Hochschulgruppe und bieten unsere Unterstützung für Aktionen etc. an, lasst uns gemeinsam für eine Nazifreie Uni kämpfen und unseren Hochschulpolitischen Forderungen Gehör verschaffen!

  • Für einen freien Hochschulzugang! Gegen Elitebildung an des Uni! Studiengebühren verbieten! Für ein elternunabhängiges BaföG-Stipendium gekoppelt an den Mindestlohn!
  • Übernahme aller Bachelor-Absolvent*Innen in den Master

um nur einige Forderungen zu nennen. Also kommt alle am Freitag, den 13.01.2017 Auf die Kundgebung „Campus Nazifrei – für ein leben, lernen und lieben in Freiheit!“ um 15:45 auf dem Martin-Schmeißer-Platz auf dem Nordcampus der TU-Dortmund, um euch mit der anarchistischen Hochschulgruppe zu solidarisieren!

Aufruf zum Dortmunder Jugendblock

Fehlende Ausbildungsplätze, keine Übernahme nach der Ausbildung und prekäre Jobs im Studium sind für viele von uns Alltag. Noch immer sind ausbildungsfremde Tätigkeiten und Löhne bzw. Ausbildungsvergütungen unter Mindestlohn keine Ausnahme. Aber wir sind keine billigen Arbeitskräfte. Darum kämpfen wir gegen Lohndrückerei und eine Novellierung des Berufsbildungsgesetzes, die unsere Interessen übergeht.

Von einem Wirtschaftsaufschwung ist für viele von uns wenig zu spüren. Schuld daran sind jedoch nicht etwa Geflüchtete, welche von rassistischen Hetzern als Bedrohung hingestellt werden. Forderungen nach einer Aussetzung von Mindestlohn für Teile der Bevölkerung nützen nicht denjenigen, die für einen unwürdigen Niedriglohn schuften sollen. Nach dem Motto „Wenn die’s für den geringen Lohn machen, dann sollt ihr das auch“ wird Druck auf die Löhne aller arbeitenden Menschen ausgeübt. Ähnlich wie mit Werkverträgen werden wir gegeneinander ausgespielt. Doch wir wollen ein gutes & selbstbestimmtes Leben für alle – egal wo sie herkommen & arbeiten. Dazu brauchen wir ein Einkommen zum Auskommen.

Wenn wieder mal Milliarden für Rüstungsprojekte ausgegeben werden fehlt dieses Geld in unseren Berufsschulen & Unis. Als fünftgrößter Waffenexporteur gehört Deutschland bzw. genauer die Rüstungskonzerne dieses Landes zu Profiteuren von Kriegen und Mitverursachern von Fluchtbewegungen. Und auch die Bundeswehr ist mit rund 15 Missionen im Ausland vertreten. Aus Afghanistan, Syrien und dem Kosovo fliehen Menschen. Die seit 15 Jahren andauernde Beteiligung der Bundeswehr an der Besetzung Afghanistans hat dem Land keinen Frieden bringen können. Deshalb fordern wir ein Ende von Auslandseinsätzen der Bundeswehr, Rüstungsexporten und Aufrüstung.

Kommt mit uns am 1. Mai gegen Krieg und Lohndrückerei auf die Straße! Seite an Seite mit Geflüchteten demonstrieren wir für eine Gesellschaft, in der alle Menschen in Frieden und ohne Kriege leben können; für eine Gesellschaft, in der jeder eine Zukunft hat und niemand auf der Strecke bleibt!

Wir fordern:

• Keine Ausnahmen beim Mindestlohn!
• Schluss mit ausbildungsfremden Tätigkeiten!
• Lehr- und Lernmittelfreiheit in Ausbildung & Studium!
• Volle Anrechnung der Berufsschulzeit auf die Arbeitszeit!
• Kompetente Ausbilder_Innen in den Betrieben!
• Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr!
• Stopp von Rüstungsprojekten und Militärexporten!

Heraus zum 1. Mai!

Demo:

Start 10.30 Uhr, Platz der Alten Synagoge (Dortmund)

anschließend Familienfest im Westfalenpark von 12 bis 18 Uhr

Facebook-Event

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), erklären uns solidarisch mit euren Forderungen. Wir unterstützen eure Forderung nach einer Lohnsteigerung von 5 %. Völlig zurecht fordert ihr einen größeren Anteil an den Werten die ihr produziert und dem Profit der durch eure Arbeit erzielt wird.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wirft der IG Metall und euch Verantwortungslosigkeit vor. In der derzeitigen wirtschaftlichen Situation, könne man nicht so hohe Forderungen aufstellen. Angeblich seien dadurch unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsplätze der deutschen Industriebetriebe gefährdet. Solche Aussagen kennen wir bereits aus früheren Tarifrunden. Das sind die immer gleichen Argumente gegen die vollkommen berechtigte Forderung nach einer Lohnerhöhung. Denn die Gewinne die die Unternehmen erzielen, werden einzig und allein durch die Arbeit der Angestellten erwirtschaftet. Es geht um die Frage, welchen Anteil ihr davon bekommt und wie viel sich die Unternehmer selbst in die Tasche stecken.

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Es ist wieder so weit: Die Kommunistinnen und Kommunisten laden ein zum 19. UZ-Pressefest nach Dortmund! Vom 1.–3. Juli 2016 werden die ROTEN wieder zeigen, dass es Spaß macht, gemeinsam und generationsübergreifend zu diskutieren und zu feiern – selbstorganisiert und ohne Kommerz.
Drei Tage UZ-Pressefest heißt:

  • Künstler zu erleben, die sich nicht den Profitinteressen der Kultur­industrie unterwerfen.
  • Ein Festival der politischen Kultur, auf dem das solidarische Handeln im Mittelpunkt steht und nicht Resignation und Vereinzelung.
  • Eintritt frei! Sowie Getränke- und Essenspreise, die sich auch Gering­verdiener leisten können. Dafür die Bitte um eine Spende an jeden, der es sich leisten kann.
  • Ein Zeichen setzen gegen Faschismus und Krieg. Hier gilt: Refugees welcome – kein Zutritt für Rassisten!

Die Kraft der internationalen Solidarität kennenlernen, wenn Kommunistinnen und Kommunisten aus der ganzen Welt zusammenkommen.

Wer wissen möchte, warum und wie die ROTEN den Kampf gegen Banken und Konzernen führen und gleichzeitig bis in die Morgenstunden feiern, der muss zum UZ-Pressefest nach Dortmund.

Programm, Infos zur Anreise und alles weiter gibt’s hier: UZ-Pressefest. Und auch die SDAJ wird wieder mit eigenem Bereich dabei sein. Infos folgen.

TVöD Tarifrunde 2016

Seit Jahren heißt es bei Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Unsere Töpfe sind leer. In der letzten Tarifrunde nannte de Maizière Eure Forderungen gar maßlos #überzogen und kommentierte, dass niemand sich einen solchen Abschluss leisten könne. Wie Ihr vermutlich bemerkt habt, war dieses Argument in der letzten Tarifrunde Pustekuchen. Wieso sollte es sich in diesem Jahr ändern? Weiterlesen

…heißt Kampf für höhere Löhne und Vergütungen, gegen Kürzungen und Sozialabbau in Deutschland

euSyriza ist gescheitert. Angetreten mit dem Versprechen mit der gnadenlosen Politik der Memoranden zu brechen, ist sie jetzt zum Vollstrecker eines milliardenschweren Rettungspaket geworden. Gerettet werden die Profite der Banken, die an Griechenland Kredite vergeben haben und profitieren werden viele (griechische und mit Sicherheit auch deutsche) Konzerne, die bei den angekündigten Privatisierungen zugreifen werden. Bezahlen wird die griechische Arbeiterklasse, die kleinen Bauern, Handwerker und kleinen Selbstständigen, die Arbeitslosen, die Renter – das griechische Volk. Für sie wird sich die ohnehin schon katastrophale Lage weiter verschlimmern.

Die EU

Die Griechenlandkrise macht eines überdeutlich: Mit bzw. innerhalb der EU sind keine wesentlichen sozialen Verbesserungen machbar. Die EU ist kein demokratisches Projekt, das Frieden, Wohlstand und Völkerfreundschaft schafft. Im Gegenteil. In ihren Verträgen sind die Gesetze des Kapitalismus festgeschrieben, der Aufbau des EU-Militärs schreitet voran, ebenso wie die Verarmung immer breiterer Bevölkerungsteile in allen Mitgliedsstaaten, ihre Demokratie ist nicht mehr als eine Farce: Entschieden werden darf immer nur im Interesse der Banken und Konzerne zum Erhalt der „Wettbewerbsfähigkeit“ – und wenn es Billionen Euro kostet. Der Staat, der am härtesten gegen jedes Zugeständnis an die greichische Regierung war und sich damit durchgesetzt hat, ist Deutschland, vertreten durch seine „eiserne Lady“ Angela Merkel.

Die BRD

Gleichzeitig wurde in Deutschland eine beispielslose Hetzkampagne gegen Griechenland entfacht. Zum Einen um Tsipras zum Einknicken zu zwingen, zum anderen um auf jeden Fall eine Solidarisierung der deutschen Bevölkerung mit der griechischen zu verhindern. Die „faulen Griechen“ seien an ihrer Situation selbst Schuld, weil sie eben zu wenig arbeiten würden. Die Wahrheit ist, dass es vor allem die deutschen Exportüberschüsse sind, die für die besondere Härte der Krise in Griechenland verantwortlich sind. In der Konkurrenz des Kapitalismus muss es immer Sieger und Verlierer geben: Die deutsche Wirtschaft hat sich insgesamt als Sieger herausgestellt, was nicht heißt, dass sich die griechischen Monopolkonzerne wie Hotelketten und Reedereien nicht auch enorm bereichtert hätten. In beiden Fällen findet die Bereicherung auf Kosten der Lohnabhängigen Bevölkerung statt: In Deutschland durch Agenda 2010, Hartz4 und dem dadurch verstärkten Druck auf die Löhne, in Griechenland durch die Memoranden. Wir haben als arbeitende und lernende Jugend also allen Grund uns zusammen zu tun – in Griechenland und Deutschland: Gemeinsam gegen Sozialabbau und Kürzungen in allen Bereichen, gegen die Banken und Konzerne, ihre Regierungen und ihre EU.

Erklärung der Geschäftsführung des SDAJ-Bundesvorstands, 17.07.15

Solidarität mit den Postangestellten

Anfang des Jahres gründete die Post AG 49 Tochtergesellschaften, um so ca. 9000 Beschäftigte auszugliedern. Trotz Milliardengewinnen und hohen Dividenden für die Aktionäre wird alles getan, um die Beschäftigten noch mehr auszupressen.Die Ausgliederungen werden genutzt, um Löhne zu senken und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern. Euer Widerstand dagegen zeigt, dass wir garnicht so machtlos sind, wie uns immer erzählt wird. Mit eurer Forderung nach Arbeitszeitverkürzung, Lohnerhöhung und Kündigungsschutz stellt ihr klar: ihr werdet keine weiteren Verschlechterungen hinnehmen. Nur der gemeinsame Kampf aller Postangestellten kann die Angriffe verhindern, denn früher oder später kann jeder betroffen sein. Aber nicht nur die Ausgliederungen sind unerträglich, auch die zunehmende Arbeitsbelastung sind nicht mehr zu ertragen. Deshalb haltet die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung aufrecht und setzt sie durch. Wir, die SDAJ, sind solidarisch mit eurem Kampf! Lasst euch von der Post nicht über den Tisch ziehen. Gegen Ausgliederung in die delivery GmbHs! Für eine Arbeitszeitverkürzung!

Beim diesjährigen 1. Mai beteiligten wir uns am Jugendblock der 1. Mai-Demo, welcher von den Gewerkschaftsjugenden und Jugendverbänden gestaltet und organisiert wurde. Anschließend informierten wir im Westfalenpark über unserer Positionen und trugen mit dem Verkauf von Cocktails zu einer guten Stimmung bei.

Ausbildungsqualität – da ist noch mächtig Luft nach oben!

Der Jugendblock der 1.Mai Demo in Dortmund stand unter dem Zeichen der Ausbildungsqualität. Diese ist im Zuge der Krise zunehmend 20150501_115218verschlechtert worden, was sich darin zeigt, dass Auszubildende von ihren Arbeitgebern dazu genötigt werden, ausbildungsfremde Tätigkeiten zu verrichten. Auch werden Azubis vielerorts eher als billige Arbeitskraft genutzt, als dass sie eine qualifizierte Vermittlung der Inhalte erfahren. Wer kämpft kann diese Bedingungen verbessern. Auf dem Höhepunkt der Demonstration ließen wir deshalb unter dem Motto „Da ist noch mächtig Luft nach oben“ 200 Luftballons steigen. In Gesprächen mit Auszubildenden des Zimmererhandwerkes wurde deutlich, wie hart die Kämpfe um Ausbildungsbedingungen geführt werden. Viele fühlen sich der Willkür ihrer Arbeitgeber ausgeliefert sind. Auch sprachen die Azubis davon, dass diese sich bei einer Organisierung, hier in der IG BAU, schweren Angriffen und Kampagnen ausgesetzt sehen. So wurde zum Beispiel ein Auszubildender entlassen, nachdem der Chef sich mehrere Falschaussagen von anderen Arbeitskollegen eingeholt hat. Diese Beispiele zeigen, dass wir noch sehr viele Kämpfe führen müssen, um Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten zu erreichen, die ein selbstständiges Leben von Jugendlichen ermöglichen.

Tariflöhne clever erkämpfen – KIK der Lohndiscount

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt war für uns die seit Monaten andauernde und im Mai akut werdende Tarifauseinandersetzung beim Einzelhandelslager KIK in Bönen. Hier kämpfen die Beschäftigten um die Eingruppierung in den Tarifvertrag „Einzelhandel“, was eine Lohnerhöhung von rund 400€ im Monat bedeuten würde. Mit Plakaten wie „Kohle kämpferisch klarmachen– KIK der Lohndiscount“ haben wir uns solidarisch mit dem Arbeitskampf bei KIK in Bönen gezeigt und wollen mit weiteren Aktionen den Kollegen dort den Rücken stärken.

Refugees welcome!

Erneut haben wir uns am 1.Mai solidarisch mit Flüchtlingen gezeigt. Nicht zuletzt die aggressive deutsche Außenpolitik zerstört in vielen Ländern die Existenzen der Menschen. Armut und Verfolgung sind die Konsequenzen. Diese Lebensbedingungen treiben viele Menschen auf den gefährlichen Weg über das militärisch verteidigte Mittelmeer in die EU Staaten. Viele der Verzweifelten sterben bei dem Versuc1.Mai.2015_7h. So sind in den letzten Wochen tausende Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Die die ankommen schickt man zumeist in menschenunwürdige Unterkünfte, die den Bedingungen in der Massentierhaltung in nichts nachstehen. Außerdem sind sie der Hetze und Gewalt rechter Gruppierungen ausgesetzt. Zu nennen wären hierzulande „HoGeSA“, PEGIDA oder auch die Partei „die Rechte“.

In Dortmund machte sich zuletzt die Menschenfeindlichkeit der NWDO-Nachfolgepartei „die Rechte“ besonders deutlich. Seit Monaten hetzen sie jeden Montag vor den Flüchtlingsunterkünften, marschieren mit Fackeln vor die Flüchtlingsheime, wie zum Beispiel im Februar in der Osterfeldstraße im Stadtteil Eving. Zuletzt setzten sie mit politischen Druck eine Abschiebung in Eving durch.

Gegen diese Spaltung unserer Gesellschaft werden wir uns auch in Zukunft wehren. Wir wollen in einer solidarischen und friedlichen Gesellschaft leben und nicht in einer rechten Ellbogengesellschaft, in der die schwachen die noch schwächeren fertig machen und damit von den Grundübeln dieses Systems ablenken. Dieses Wirtschaftssystem ist für die Flucht verantwortlich und gegen dieses werden wir unseren Kampf richten, in dem wir zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen, aus egal welchen Ländern, für unsere Rechte kämpfen.

Fest im Westfalenpark

Beim nach der Demo folgenden Fest zum Tag der Arbeit im Westfalenpark haben wir zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen den Kampftag der Arbeiterklasse gefeiert und uns so feierlich auf die kommenden Kämpfe eingestimmt. Mit einem Cocktailstand haben wir zur Verköstigung beigetragen. An einem Infostand haben wir Rede und Antwort zu unserer Politik gestanden und haben mit einer breiten Reihe an Themen informiert. Auch nach diesem Tag werden wir zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen für unsere Interessen kämpfen, ob nun bei KIK, oder in den Bauhandwerksbetrieben oder zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen, welche durch Not und Verfolgung hierher getrieben worden sind! Der Kampf geht auch nach diesem Tag weiter!!

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Auftakt am Platz der Alten Synagoge

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Die Demo startet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Demozug

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Demozug

 

 

 

 

 

 

 

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Gespräch am Stand

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Gut versorgt im Park

Geeint gegen Spaltungsversuche der Faschisten!

In mehreren Städten haben Nazis für den 1. Mai wieder Demonstrationen angekündigt. Statt in Dortmund will die Möchtegern-Partei Die Rechte diesmal in Essen-Kray aufmarschieren. Ziel ist vermutlich die Gründung eines neuen Kreisverbandes und eine Machtdemonstration gegenüber der Konkurrenzpartei NPD, welche in Kray ihre Landeszentrale hat. Mit Demonstrationen an Feiertagen der Arbeiterbewegung wollen die Faschisten uns spalten. Sie hoffen wohl auch auf geringeren Widerstand. Die dort verbreitete Hetze gegen Geflüchtete und die Rede von einer „Volksgemeinschaft“ verschleiern die Ursachen von Arbeitslosigkeit, Krise und Krieg.

Nazis am 1. Mai – eine üble Tradition

Bereits 2009 mobilisierten sie zum 1. Mai und führten eine Versammlung am Dortmunder Hauptbahnhof durch. Im Anschluss attackierten mehrere hundert Nazis die gewerkschaftliche Mai-Demonstration. Obwohl GewerkschafterInnen durch beherztes Eingreifen den Überfall abwehrten, wurden mehrere Personen verletzt. 2007 organisierten NPD und Kameradschaften eine Demo mit 800 TeilnehmerInnen durch die östliche Innenstadt. Damals wurde der ganze Stadtteil abgeriegelt und die Nazis trotz Übergriffen auf PolizistInnen mit Bussen durch die Stadt gefahren. Der Versuch der Faschisten, den 1. Mai zu besetzen, hat eine lange Tradition. 1933 erklärten die Nationalsozialisten den 1. Mai zum „Tag der nationalen Arbeit“ und gesetzlichen Feiertag. Für die NSDAP waren die Feiern am 1. Mai der Auftakt zur Zerschlagung der Gewerkschaften. Bereits am Folgetag wurden Gewerkschaftshäuser gestürmt und in Brand gesetzt, bald darauf SPD und KPD verboten. Zehntausende ArbeiterInnen wurden in Gefängnissen und Konzentrationslagern interniert und getötet.

Mythos „Volksgemeinschaft“

Mit der Umwandlung zum Feiertag der deutschen Arbeiter und Unternehmer sollte der Gegensatz zwischen Produzierenden und Besitzenden verschleiert werden. Nazi-Aktionen, wie 2012 eine Kundgebung unter dem Motto „Arbeitsplätze und gerechte Löhne für alle Deutschen!“ und auch der Aufruf von 2014 zeugen von dieser Ideologie. So heißt es im Aufruf unter anderem: „Gegen die internationale Globalisierung mit all ihren Auswirkungen, beispielsweise der Verlagerung von Arbeitsplätzen an Billiglohnstandorte und der gleichzeitigen Benachteiligung heimischer Erzeugnisse durch den Import von preisgünstig in Osteuropa oder Asien produzierten Waren stellt die nationale Bewegung eine nationale Volkswirtschaft entgegen, die dem Menschen eine angemessenes Leben, frei von kapitalistischer Ausbeutung und der Unterdrückung durch eine wirtschaftshörige Politikerschicht ermöglicht.“ Wie eine solche „nationale Volkswirtschaft“ aussehen soll, zeigt ein Blick in die Geschichte. Während des NS-Regimes wurde die Ausbeutung der Bevölkerung massiv verschärft und alle demokratischen und sozialen Rechte abgeschafft. Im Reichsarbeitsdienst wurde die eigene Bevölkerung zur Arbeit verpflichtet, Millionen Menschen nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppt. Die Faschisten verschweigen auch, dass heute gerade deutsche Unternehmen durch massiven Export von der Globalisierung profitieren. Und dem Ausbau Deutschlands zum Billiglohnstandort mit Leiharbeit, Werkverträgen und unbezahlten Praktika haben sie auch nichts entgegen zu setzen.

Solidarität mit Geflüchteten

28.3.Seit einiger Zeit machen die Faschisten Stimmung gegen AsylbewerberInnen. Dabei versuchen sie, aus dem Frust gegen unsoziale Politik Hass gegen vermeintlich „fremde“ Kulturen zu schüren. Schuld an der eigenen unsicheren Lage sollen nun nicht mehr die Verursacher der Krise, die Banken und Konzerne, sondern „die Fremden“ in Deutschland oder „die faulen Griechen“ sein. Nicht der „Ausländer“ schnappt den Arbeitsplatz weg, sondern Konzerne entlassen KollegInnen, erhöhen die Arbeitszeit und halten Löhne unten. Besonders widerlich wird diese Hetze, wenn Menschen die vor Kriegen flüchten müssen, bei der die Bundeswehr eifrig mitmischt, wie etwa in Afghanistan, hier von Fackeln und dumpfen Parolen empfangen werden. Nur wenn wir erkennen, dass die Grenzen immer noch zwischen Oben und zusammen für unsere Interessen kämpfen, können wir erfolgreich sein!

Es geht auch gemeinsam

Zunächst feiern wir den 1. Mai mit einer Demonstration und einem Volksfest. Das ist unsere Veranstaltung, die wir uns auch nicht nehmen lassen. Dennoch können wir uns mit den KollegInnen in Essen solidarisieren, welche die Dortmunder Nazis ertragen müssen. Die Nazidemonstration ist für 18 Uhr geplant, für 17.30 Uhr ruft das Bündnis Essen Stellt Sich Quer zu einer Kundgebung nördlich des Bahnhofes in Essen-Steele auf. Weitere Infos zu dem Tag findet ihr auf der Homepage des Büdnisses.

HP_1„Avanti lebt, Avanti kämpft!“ – diesen Satz konnte man in der vergangenen Woche an vielen Orten in der Dortmunder Nordstadt sowie der City hören und lesen. Wer sich auch nur an einem der Programmpunkte der Freiraum-Kampagne beteiligt oder die Aktivitäten verfolgt hat, kann bestätigen, wie wahr diese Aussage ist. Mit einem vielfältigen Programm aus Filmvorführungen, Vorträgen, Diskussionsrunden, Kunstaktionen, Kundgebungen, Partys, Workshops und manchem mehr hatte die Initiative Soziales Zentrum Avanti vom 6. bis zum 12. April nach Dortmund geladen. Das Programm konnte offensichtlich überzeugen, denn nicht selten platzten die Veranstaltungsorte aus allen Nähten. Aus Dortmund, der Umgebung und selbst aus anderen Bundesländern kamen interessierte Menschen zum Erfahrungsaustausch, zum Mithelfen und Feiern. Die im August 2014 mit der Besetzung und siebentägigen Nutzung der leer stehenden Albertus-Magnus Kirche in der Enscheder Straße ins Leben gerufene Initiative startete mit der Kampagne aus der Winterpause. Denn nach regelmäßigen Tresenabenden, kreativen Aktionen zur Nutzung des öffentlichen Raumes, wie einer Kissenschlacht auf dem Nordmarkt und realen wie symbolischen Besetzungen war es ruhiger geworden. Im Folgenden werden wir einige unserer Erfahrungen und Impressionen teilen, die wir aus der tollen Aktionswoche mitgenommen haben.

Leerstand markiert und besetzt

Die Woche startete früher als erwartet, in der Nacht von Samstag (4.4.2015) auf Sonntag mit der Besetzung eines ehemaligen Gartencenters in der Bornstraße 245 durch SympathisantInnen der Initiative Avanti. Leider entschied sich der Besitzer sehr schnell gegen Verhandlungen mit den BesetzerInnen. HP_7So konnte die Polizei in das Gebäude eindringen und die Besatzung beenden. Glücklicherweise fiel bei der Aktion niemand in die Hände der Repressionsorgane. Eine Solikundgebung vor dem Haus verleihte der Forderung nach einem unkommerziellen und selbsverwalteten Sozialen Zentrum Nachdruck. Im Laufe der Woche wurden nun immer wieder leerstehende Häuser symbolisch besetzt und so der seit Jahrzehnten andauernde Leerstand in der Stadt aufgezeigt. Einen guten Überblick bietet in diesem Zusammenhang auch die Homepage Leerstandsmelder.
Den symbolischen Besetzungen folgte in der Nacht von Freitag auf Samstag dann die tatsächliche Besetzung eines ehemaligen Aldi-Supermarktes im Lütgenholz 43 am Rande des Brunnenstrassenviertels. Bis zu 90 UnterstützerInnen sammelten sich in nach der Besetzung vor dem Haus. Mit Transparenten, Sprechchören und einer ersten Einrichtungsspende in Form eines Sofas wurde die Aktion unterstützt. Als ersichtlich wurde, dass lokale Neonazis sich in der Nähe sammelten, reagierten die UnterstützerInnen mit einer Abwandlung des Rauch-Haus-Songs: „Das ist unser Haus – Schmeißt doch endlich Brück und Bals und Giemsch aus Dortmund raus“. Leider machte die Dortmunder Polizei weitere Einrichtungspläne mit einer Räumung schnell zunichte. Diesmal nahm sie dabei etwa 10 BesetzerInnen fest und verfrachtete sie zum Polizeipräsidium. Ein Teil der UnterstützerInnen zog daraufhin spontan dorthin, um die AktivistInnen nicht alleine zu lassen. HP_4Zu nennen sei hierbei, dass die Polizei, obwohl sie Kontakt mit dem Besitzer aufgenommen hat, trotzdem das den Zaun aufgeschnitten hat und das Tor mit einem Rammbock aufgebrochen hat. Dieser Schaden wäre mit der Nutzung eines Schlüssels zu diesem Gebäude zu vermeiden gewesen. Das sollte  künftigen Hausbesitzern als Warnung dienen, sollten sie die Polizei mit der Räumung ihrer ungenutzter Räume beauftragen.
Ein Höhepunkt dieser Woche war sicher auch die Freiraumparade am vergangenen Samstag (11.4.2015), welche bunt und lautstark für ein Soziales Zentrum warb und von vielen PassantInnen positiv aufgenommen wurde.

Vernetzung, Input, Party

Die Besetzungen und die Demo sind jedoch nur ein Teilaspekt dieser Aktionswoche. Bei den lokalen Medien kam das anscheinend nicht an, da diese sich auf Berichterstattung zu den Besetzungen beschränkten. HP_8So fanden eine Reihe weitere Veranstaltungen statt. Mit Workshops zu Demo-SanitäterInnen, Flyergestaltung und Einführungen in die Gestaltung von Stencils, Buttons etc. sowie Inputs zu Rechtshilfetips für HausbesetzerInnen und Datensicherheit wurden praktische Kenntnisse vermittelt. Wie Kämpfe um Freiräume aussehen können berichteten AktivistInnen der Initiativen Recht auf Stadt Ruhr, des Netzwerk X und aus der Villa in Bochum. Weitere Impulse setzten einige Dokumentationen über soziale Kämpfe im städtischen Raum, wie Mietrebellen über die Entwicklung der Mieterinitiativen in Berlin und Buy, buy St. Pauli über den Kampf um die Esso-Häuser. Am Freitag wurde mit einem Vortrag und einem ZeitzeugInnen-Gespräch ein vielfältiger Blick zurück in die bewegte Geschichte Dortmunder Hausbesetzungen in den 19070ern und 1980er Jahren geworfen. Insgesamt wurde deutlich, dass Freiraum in Form von Häusern vieles umfassen kann: unabhängigen Wohnraum, Raum für Kunst und Kommunikation, einen Infoladen für die Szene und vieles mehr. HP_9Wo potentielle Orte dafür sind, zeigte auch eine Leesrstands-Schnitzeljagd auf. Da auch der motivierteste Kampf noch immer nicht ohne Mampf auskommt, organisierte die Initiative diverrse, dankbar angenommen, Mahlzeiten. Die Abendstunden wurden mit Livemusik und Party gefüllt. In wechselnden Lokalitäten gab es Hip Hop, Liedermacher, Punk und anderes auf die Ohren. Dank des Einsatzes vieler helfender Hände konnten immer wieder schicke Transpis, T-Shirts und anderes bestaunt und unter die Leute gebracht werden. Einen Überblick zu den Aktivitäten der einzelnen Tage bieten auch die Tagesberichte der Initiative: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag.

Der Obrigkeit ein Dorn im Auge

HP_10Seitens der Polizei ernteten die Freiraumtage eine besondere Aufmerksamkeit. Diese drückte sich, neben der obligatorischen Begleitung aller Aktionen mit einer Riege von ZivilpolizistInnen, durch allerlei Schikanen aus. So wurde das öffentliche Grillen am Mittwoch unterbunden und am Donnerstag AktivistInnen willkürlich der Zutritt zum Hafengebiet und Fredenbaumpark untersagt. Ebenso wurde die Anmeldung von Kundgebungen bei der Besetzung des ehemaligen Supermarktes nicht gestattet. Bereits am Freitag nachmittag verzögerte sich die Leerstand-Schnitzeljagd aufgrund von langwierigen Personenkontrollen im Polizeikessel. Die Dortmunder Polizei erhöhte in der Woche ihr Streifenaufkommen in der Nordstadt merkbar und postierte zeitweilig BeamtInnen vor leerstehenden Häusern. Mit der Aufforderung an AnwohnerInnen verdächtige Aktivitäten zu melden wurde das Schreckgespenst Besetzung sprichwörtlich an die Wand gemalt. Die AktivistInnen ließen sich hiervon jedoch nicht abschrecken. Die diversen Besetzungen durch FreundInnen der Idee Avanti zeigen, dass eine lückenlose Überwachung der Nordstadt nicht funktioniert.

Perspektiven entwickelt

Die Reflexionsrunde am Sonntag formulierte abschließend einige Perspektiven und Optionen für die Initiative und ihre UnterstützerInnen. Zu hören war viel positives Feedback, praktischen Tipps und Anregungen für das weitere Vorgehen. Die Kampagne wurde als erfolgreich ausgewertet, da sie zur Vernetzung und Aktivierung beitrug und sichtbar machte, dass man zusammen eine ganze Menge auf die Beine stellen kann und der Spaß dabei nicht auf der Strecke bleiben muss. Trotz geringer Aufmerksamkeit durch lokale Medien konnten über Social Media und eigene Medien neue Leute erreicht werden, wenn auch ein breites Umfeld wie bei der Besetzung der Albertus-Magnus-Kirche (noch) nicht wieder zustande kam. Wie dies zukünftig HP_3erreicht werden kann war ein Schwerpunkt der Reflexion. Die Anregungen der TeilnehmerInnen für das weitere Vorgehen verdeutlichten, dass die Initiative ein Bedürfnis nach selbstverwaltetem Freiraum zu wecken und auszudrücken vermag. Sie erfährt dabei aus verschieden Richtungen Unterstützung und hat offenbar den Willen weiterhin unbequem zu sein. Aktuell liegen die Verhandlungen mit der Stadt zwar auf Eis, da das Liegenschaftsamt angeblich keine Räume für eine Nutzung anbieten kann. Und bislang konnte auch noch keines der Gebäude dauerhaft gehalten werden. Doch die Idee Avanti und die Motivation sie zu leben bleibt. Und die Anzahl derer, die dies tun, wächst allmählich. Insofern kann die Kampagne als ein Auftakt für einen kreativen Sommer gesehen werden. Unserer Solidarität kann sich die Initiative dabei sicher sein.

Zum Weiterlesen: Avanti Blog und Facebook-Seite